Unter Phytotherapie (= Pflanzenheilkunde ) versteht man die Anwendung von Pflanzen oder Pflanzenteilen als Heilmittel. Sie ist eine der ältesten Therapieformen, weltweit verbreitet und umfasst ein weites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, Als Ausgangsstoffe (= Drogen) verwendet man dabei sowohl die ganze Pflanze als auch nur bestimmte Teile, wie z.B. Blüten, Blätter, Samen, Früchte, Rinden, Wurzeln, Harze usw.

(Abb. links: Ringelblume - ihre Blütenblätter werden verwendet zur Herstellung der bekannten Ringelblumensalbe, aber auch für Ölauszüge und Tees)

Aus diesen Drogen werden dann Arzneimittel hergestellt, wie z.B:

Tee

  • Kräutertees werden meist individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst zusammengestellt und nach verschiedenen Methoden zubereitet.
  • als Infus: die Teedrogen werden mit heißem Wasser übergossen und in der Regel fünf bis zehn Minuten abgedeckt ziehen gelassen
  • als Dekokt: die Teedrogen werden eine bestimmte Zeit in Wasser gekocht und dann abgeseiht. Diese Methode wird hauptsächlich bei Rinden und Wurzeln angewandt.
  • Mazerat oder Kaltansatz: die Teedrogen werden mit kaltem Wasser aufgegossen und eine bestimmte Zeit (meist über Nacht) ziehen gelassen.

Tinktur oder Urtinktur

Dabei handelt es sich um alkoholische Auszüge aus Pflanzendrogen, die meist in Form von Tropfen mit etwas Wasser verdünnt eingenommen werden.

Ölauszug

Pflanzendrogen werden mit warmem oder kaltem Öl übergossen eine bestimmte Zeit ziehen gelassen. Man verwendet diese Auszüge meist als Grundlage für Cremes, Salben aber auch als Massageöle.

Tabletten und Dragees

Sie werden hergestellt aus pulverisierten Pflanzendrogen oder Pflanzenextrakten, die zu Tabletten gepresst werden oder in Kapseln gefüllt werden. Im Handel sind davon unzählige Fertigpräparate erhältlich.

Presssäfte

Man stellt sie aus frischen Pflanzenteilen (meist Blätter oder Früchte) her, die gepresst werden.

Cremes und Salben

Pflanzliche Auszüge oder Extrakte, die in einer Cremebasis verarbeitet werden.

Kräuterpflaster- und verbände

Sie werden in der Regel aus einer Mischung von verschiedenen Pflanzenextrakten und -auszügen hergestellt, die auf einen Stoff (meist Leinen oder Baumwolle) aufgetragen wird. Das Pflaster wird auf die Hautfläche geklebt und mit einem Verband fixiert.

Ätherische Öle

Diese hochkonzentrierten, duftenden Pflanzenessenzen werden meist mit Hilfe von Wasserdampfdestillation bestimmter Pflanzendrogen hergestellt. Sie werden bis auf wenige Ausnahmen stets nur verdünnt angewendet. Man spricht dabei von Aromatherapie.

 

Die meisten Präparate werden verordnet und müssen dann über die Apotheke bezogen werden. Die Infusionen, Injektionen sowie einige Eigenrezepturen werden in der Praxis vor Ort verabreicht.

Joomla Template by Joomla51.com